Gerätepools aufbauen: mit weniger Geräten mehr Leute versorgen

Wie Sie einen Pool gemeinsam genutzter Geräte aufbauen und betreiben, der ungenutzte Objekte abbaut, Beschaffungskosten senkt und im Alltag tatsächlich funktioniert. Poolgröße, Ausleihsystem, Regeln und die Messung der Leistung.

Fünfzehn Abteilungen. Fünfzehn Drucker. Durchschnittliche Auslastung: 22 %. Und trotzdem beschweren sich alle, dass sie nicht drucken können.


Vor ein paar Jahren habe ich einem mittelgroßen Unternehmen geholfen, seine IT-Objekte durchzugehen. Es hatte 15 Farblaserdrucker, einen auf jeder Abteilungsetage. Gute Geräte übrigens. Rund 1.200 € das Stück. Gesamtinvestition: 18.000 €, dazu Toner, Wartungsverträge und die Bürofläche, die jeder einzelne belegte.

Als wir die Daten zur Auslastung zogen, erzählten sie eine bekannte Geschichte. Drei Drucker erledigten rund 60 % aller Druckaufträge. Fünf wurden mäßig genutzt. Und sieben (fast die Hälfte des Bestands) druckten weniger als 50 Seiten im Monat. Das ist eine Maschine für 1.200 €, die die Arbeit eines Tintenstrahldruckers für 30 € erledigt.

Die Lösung waren keine besseren Drucker. Die Lösung war, ungenutzte Geräte abzubauen: Aus 15 Druckern im Besitz einzelner Abteilungen wurden 6 gemeinsam genutzte, gezielt aufgestellt. Gleiche Gesamtkapazität. Halb so viel Hardware. Die Tonerkosten sanken um 40 %, weil aus fünfzehn verschiedenen Beschaffungswegen einer wurde. Statt fünfzehn Wartungsverträgen gab es sechs. Und jetzt der Teil, der alle überrascht hat: Niemand hat sich beschwert. Denn die gemeinsamen Drucker standen dort, wohin die tatsächlichen Nutzungsdaten sie stellten, und nicht dort, wo die Machtverhältnisse im Organigramm sie haben wollten.

So sieht ein Pool gemeinsam genutzter Geräte in der Praxis aus. Keine bahnbrechende Idee. Kein aufwendiges Technikprojekt. Nur ein klügerer Weg, Angebot und Bedarf zusammenzubringen: Ressourcen teilen, statt sie doppelt anzuschaffen.

Dieser Artikel befasst sich ausführlich mit Aufbau und Betrieb von Gerätepools, einer der praktischsten Strategien aus unserem Vorgehen, die Auslastung zu messen und zu verbessern. Haben Sie Ihre Auslastung gemessen (und wenn nicht: fangen Sie dort an) und dabei einen Haufen wenig genutzter Objekte gefunden, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie Sie die ungenutzten Geräte abbauen, indem Sie etwas Nützliches aus ihnen machen.

Was ein Gerätepool ist (und wann er sich lohnt)

Klären wir zuerst, worüber wir reden. Ein Pool gemeinsam genutzter Geräte ist eine Sammlung von Objekten, die keiner bestimmten Person und keiner bestimmten Abteilung zugeordnet sind. Sie stehen allen offen, die sie brauchen, und werden ausgeliehen.

Stellen Sie sich eine Bibliothek vor. Niemandem gehören die Bücher. Alle leihen sie aus. Die Bibliothek gibt es, weil es absurd verschwenderisch wäre, jedem Menschen ein eigenes Exemplar jedes Buches zu kaufen. Dieselbe Logik gilt für gemeinsam genutzte Ressourcen im Betrieb: für Geräte, die mehrere Leute immer wieder, aber nur zeitweise brauchen.

Zuordnung an Abteilungen oder gemeinsamer Besitz: die zwei Modelle

Feste Zuordnung heißt: Jedes Objekt gehört einer bestimmten Person oder Abteilung. Sarah hat ihren Laptop. Das Marketing hat seine Kamera. Das Entwicklungslabor hat sein Oszilloskop. Klare Besitzverhältnisse, keine Abstimmung nötig.

Gemeinsamer Pool heißt: Die Objekte gehören der Organisation und werden bei Bedarf ausgeliehen. Im Pool liegen 10 Laptops. Sie brauchen einen für eine Besprechung? Ausleihen, nutzen, zurückbringen. Kein Laptop „gehört“ jemandem.

Keines der beiden Modelle ist grundsätzlich besser. Welches passt, entscheiden die Art des Objekts und das Nutzungsmuster:

FaktorFeste Zuordnung passt besserPool passt besser
Häufigkeit der NutzungTäglich, den ganzen TagZeitweise, ein paar Stunden am Stück
Persönliche EinrichtungHoch (eigene Software, eigene Einstellungen)Gering (Standardkonfiguration)
VerantwortlichkeitKritisch (teuer, empfindlich)Mäßig (ersetzbar, unempfindlich)
Zahl der Nutzer1–2 pro Objekt5 oder mehr mögliche Nutzer pro Objekt
AuslastungsquoteÜber 60 %Unter 50 %

Der ideale Fall für einen Pool: Objekte, die viele Leute brauchen, die aber jeder Einzelne selten nutzt und die kaum persönliche Einrichtung verlangen. Beamer, gemeinsam genutzte Laptops, Kameras, Testgeräte, Elektrowerkzeuge, Fahrzeuge für Besorgungen, AV-Technik für Besprechungsräume. Das sind klassische Kandidaten für einen Pool.

Wann Sie umstellen sollten

Das Signal steckt in Ihren Daten zur Auslastung. Sehen Sie dieses Muster, ist es Zeit, über einen Pool nachzudenken:

  • Mehrere Objekte derselben Art, über verschiedene Abteilungen verteilt
  • Einzelauslastung unter 50 % bei den meisten von ihnen
  • Kein einzelner Nutzer braucht das Objekt in Vollzeit: Die Nutzung verteilt sich auf viele Leute
  • Das Objekt braucht keine persönliche Konfiguration (oder lässt sich zwischen zwei Nutzern leicht zurücksetzen)

Und hier die Rechnung, die gemeinsam genutzte Geräte überzeugend macht. Wer einmal verstanden hat, wie ein Gerätepool aufgebaut wird, sieht: Die Zahlen sprechen für sich. Haben 5 Abteilungen je eine Kamera bei 30 % Auslastung, machen 5 Kameras die Arbeit, die 2 schaffen würden. Ein Pool aus 2–3 Kameras bei 70–80 % Auslastung deckt denselben Gesamtbedarf und kostet in Besitz und Wartung 40–60 % weniger.

Mehr dazu, ab welchen Schwellenwerten der Auslastung sich ein Pool anbietet, finden Sie in den Benchmarks zur Auslastung nach Branche.

Schritt 1: Kandidaten für den Pool finden

Nicht jedes Objekt gehört in einen Pool. Der erste Schritt zu einem Pool, der funktioniert, ist herauszufinden, was hineinkommt und was zugeordnet bleibt.

Gute Kandidaten

Diese Objekte haben etwas gemeinsam: mehrere mögliche Nutzer, Bedarf mit Unterbrechungen und kaum Anforderungen an persönliche Einrichtung.

IT-Geräte:

  • Gemeinsam genutzte Laptops und Leihgeräte (für Besucher, Aushilfen, Schulungen)
  • Laptops für Präsentationen (mit vorinstallierter Präsentationssoftware)
  • Tablets für den Außendienst oder die Inventur
  • Mobile Monitore
  • Mobile Hotspots

AV und Medien:

  • Beamer
  • Kameras und Videotechnik
  • Ausrüstung für Tonaufnahmen
  • Tragbare Lautsprecher

Werkzeuge und Ausrüstung für den Außeneinsatz:

  • Elektrowerkzeuge (Bohrmaschinen, Sägen, Spezialwerkzeug)
  • Mess- und Prüfgeräte
  • Sicherheitsausrüstung (Gaswarngeräte, Auffanggurte)
  • Reinigungsmaschinen (Scheuersaugmaschinen, Hochdruckreiniger)

Fahrzeuge und Transport:

  • Poolfahrzeuge für Besorgungen und Besuche vor Ort
  • Gabelstapler, die sich mehrere Lagerbereiche teilen
  • Lastenräder oder Roller für Zustellungen

Schlechte Kandidaten

Manche Objekte sollten fest zugeordnet bleiben. Zwingen Sie sie in einen Pool, schaffen Sie mehr Probleme, als Sie lösen.

  • Primäre Arbeitsgeräte (persönliche Laptops, Arbeitsplatzrechner): zu stark persönlich eingerichtet, den ganzen Tag gebraucht
  • Geräte, die für jeden Nutzer kalibriert werden müssen (spezielle Medizingeräte, Präzisionsinstrumente): Zwischen zwei Nutzern neu zu kalibrieren ist unpraktikabel
  • Sicherheitskritische Ausrüstung, die an eine Zertifizierung gebunden ist (persönliche Schutzausrüstung, Atemschutzgeräte): Vorschriften verlangen oft eine persönliche Zuordnung
  • Objekte mit langen Ausleihzyklen (Geräte, die für Wochen ausgeliehen werden): Das ist eigentlich schon eine Neuzuordnung

Die Schwelle der Auslastung

Als Faustregel: Liegt ein einzeln zugeordnetes Objekt unter 40 % Auslastung und gibt es in der Organisation 3 oder mehr ähnliche Objekte, ist es ein Kandidat für den Pool. Über 60 % ist es vermutlich gut aufgehoben, wo es ist. Zwischen 40 und 60 % schauen Sie auf das Nutzungsmuster: Ist es gleichmäßig mäßig (zugeordnet lassen) oder schubweise mit langen Leerlaufphasen (in den Pool)?

Diese Daten ziehen Sie aus Ihrem System zur Inventarverwaltung. Messen Sie schon die Auslastung per QR-Code, haben Sie alles, was Sie brauchen, bereits beisammen.

Schritt 2: Die richtige Größe des Pools bestimmen

Hier gehen die meisten Pools schief. Zu viele Objekte im Pool, und Sie haben ungenutzte Geräte bloß aus dem Abstellschrank ins Regal geräumt. Glückwunsch, dasselbe Problem, jetzt mit Etikett. Zu wenige, und die Leute bekommen nicht, was sie brauchen. Das zerstört das Vertrauen ins System und treibt sie dazu, Geräte zu horten.

Die Formel der gleichzeitigen Spitzennutzung

So berechnen Sie die richtige Größe für Ihren Gerätepool:

  1. Erfassen Sie die gleichzeitigen Ausleihen zur Spitzenzeit über 30 Tage. Nicht den Durchschnitt, die Spitze. Waren höchstens 4 Kameras gleichzeitig ausgeliehen, ist das Ihre Basis.
  2. Rechnen Sie 20–30 % Puffer dazu, für Wachstum, Überschneidungen in der Planung und Objekte, die gerade gewartet oder geladen werden. Aus einer Spitze von 4 werden also 5–6 im Pool.
  3. Runden Sie auf, wenn Sie knapp an einer ganzen Zahl liegen. Lieber eins zu viel als eins zu wenig.

Formel: Poolgröße = gleichzeitige Spitzennutzung × 1,25 (aufgerundet)

Das war's. Denken Sie nicht zu lange darüber nach. Das Schöne an einem Pool ist, dass Sie nachjustieren können. Ein Objekt in den Pool zu geben oder herauszunehmen ist viel einfacher, als Geräte im Besitz einer Abteilung neu zuzuordnen.

Wie viele Objekte gehören in einen Pool? Eine Übersicht

Gleichzeitige Nutzer zur SpitzenzeitPuffer (25 %)Empfohlene Poolgröße
2–3+13–4
4–6+1–25–8
7–10+2–39–13
11–15+3–414–19
16++4–520+ (Teilpools erwägen)

Bei Pools mit mehr als 20 Objekten sollten Sie über Teilpools nach Standort nachdenken. Ein Pool aus 30 Laptops in einem Gebäude ist in Ordnung. Ein Pool aus 30 Laptops, verteilt auf 3 Gebäude? Das sind 3 Pools mit je 10. Die Geografie zählt.

Signale für „zu groß“ und „zu klein“

Der Pool ist zu groß (Auslastung des Pools unter 40 %): Die Objekte liegen öfter im Regal, als sie genutzt werden. Nehmen Sie die am wenigsten genutzten heraus und verkaufen Sie sie, verteilen Sie sie um oder sondern Sie sie aus.

Der Pool ist zu klein (Auslastung des Pools über 85 %): Die Leute stehen Schlange, und das heißt, sie suchen sich bald eigene Umwege. Daraus wird oft Schatten-IT: Beschäftigte kaufen sich eigene Geräte, mit privatem Geld oder über die Spesenabrechnung, und es entstehen Objekte, die Sie weder verfolgen noch betreuen noch absichern können. Stocken Sie die Kapazität auf, bevor es so weit kommt.

Genau richtig (Auslastung des Pools 50–75 %): Die Geräte sind gut verfügbar, die Wartezeiten minimal, und Sie bezahlen keine Regaldekoration. Das ist Ihr Zielbereich.

Schritt 3: Das Ausleihsystem gestalten

Ein Pool ohne Ausleihsystem ist nur ein Regal voller Dinge, die verschwinden. Sie brauchen einen Ablauf, der festhält, wer was hat, wann er es genommen und wann er es zurückgebracht hat.

Mit Reservierung

Die Nutzer buchen Geräte im Voraus über einen Kalender oder ein Buchungssystem. Ungefähr so, wie Sie einen Besprechungsraum buchen. Planbar, verhindert Konflikte und funktioniert gut bei geplanten Anlässen (Präsentationen, Drehtermine, Besuche vor Ort). Der Preis dafür: Aufwand bei spontanem Bedarf, nicht abgeholte Reservierungen blockieren Zeitfenster für nichts, und Sie brauchen eine Buchungsplattform, um das Ganze zu betreiben. Am besten für stark gefragte, wertvolle Geräte, bei denen Planung ohnehin üblich ist: Kameras, Fahrzeuge, Spezialwerkzeug.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst

Das Prinzip in Reinform. Hingehen, QR-Code scannen, Objekt mitnehmen. Keine Reservierung nötig. Null Reibung, perfekt für spontanen Bedarf, kein Buchungssystem, das gepflegt werden muss. Der Haken: keine Garantie, dass etwas da ist, Frust bei Leuten, die vorausplanen, und immer das Risiko, dass eine einzelne Person die Objekte für sich mit Beschlag belegt. Am besten für günstigere Geräte in größerer Stückzahl, bei denen meist etwas verfügbar ist: gemeinsam genutzte Laptops, mobile Ladegeräte, einfaches Werkzeug.

Hybrid (das Modell, das ich am häufigsten empfehle)

Lassen Sie Reservierungen für geplanten Bedarf zu und halten Sie ein paar Einheiten für spontane Abholung frei. Bei einem Pool aus 8 Laptops dürfen 5 reserviert werden, und 3 bleiben nach dem Prinzip „wer zuerst kommt“. Bei dieser Praxis lande ich bei gemeinsam genutzten Geräten am häufigsten. Sie bedient die Planer und die Spontanen, ohne dass irgendwer sein Verhalten umstellen muss.

Regeln für die Ausleihe, die wirklich funktionieren

Welches System Sie auch wählen, diese Regeln verhindern die häufigsten Probleme:

  1. Maximale Ausleihdauer. Legen Sie eine Standardgrenze nach typischer Nutzung fest. Laptops: 1 Tag. Kameras: 3 Tage. Fahrzeuge: 4 Stunden. Verlängerungen gibt es, aber nur ausdrücklich: Der Nutzer muss aktiv um mehr Zeit bitten.
  2. Automatische Erinnerungen an die Rückgabe. Schicken Sie eine Benachrichtigung, wenn 75 % der Ausleihzeit vorbei sind. „Ihre Kamera muss in 2 Stunden zurück sein.“ Das fängt Vergesslichkeit ab, bevor sie zum Problem wird.
  3. Eskalation bei Überfälligkeit. Bringt jemand ein Objekt nicht rechtzeitig zurück, benachrichtigen Sie nach 24 Stunden die Führungskraft. Klingt hart, aber eine einzige Eskalation reicht, und das ganze Team bringt die Sachen pünktlich zurück.
  4. Nur eins auf einmal (für manche Kategorien). Verhindern Sie, dass eine Person 5 Laptops „fürs Team“ ausleiht. Braucht das Team 5, leiht die Teamleitung sie auf ihren Namen aus und ist für alle 5 verantwortlich.
  5. Zustand bei der Rückgabe prüfen. Eine Abfrage von 5 Sekunden beim Zurückscannen: „Funktioniert es? Ja/Nein“. So fallen Schäden früh auf, solange Sie noch wissen, wer das Gerät zuletzt hatte.

Am einfachsten setzen Sie all das mit einem System für Ausgabe und Rückgabe um, das mit QR-Codes arbeitet. Jede Ausleihe und jede Rückgabe ist ein Scan. Erinnerungen, Eskalation und Nachverfolgung erledigt das System automatisch. Erfassen Sie die Nutzung schon per QR-Code, haben Sie die halbe Arbeit bereits getan.

Schritt 4: Die Poolstation vor Ort einrichten

Digitale Systeme sind toll. Aber der Aufbau vor Ort zählt genauso viel. Finden die Leute den Pool nicht, kommen sie nicht leicht an das, was sie brauchen, oder müssen sie für eine Rückgabe quer durchs Gebäude laufen, stirbt die Akzeptanz.

Lage, Lage, Lage

Stellen Sie den Pool dorthin, wo die Nutzer sind, nicht dorthin, wo gerade Platz ist. Ein Poolraum im Untergeschoss mag für die Haustechnik bequem sein, aber niemand läuft für einen Laptop drei Stockwerke hinunter.

Gute Standorte:

  • In der Nähe von Aufzügen oder Hauptfluren (viel Durchgangsverkehr)
  • In der Nähe der Teams, die die Geräte am meisten nutzen
  • Auf jeder Etage, wenn das Gebäude groß ist (Teilpools)
  • In der Nähe von Lademöglichkeiten für Elektronik

Schlechte Standorte:

  • Hinter verschlossenen Türen mit begrenzten Zugangszeiten
  • Im Büro einer bestimmten Person (das macht sie zum Türsteher)
  • In Lagerräumen, die nur mit Ausweis plus Schlüssel plus Code aufgehen

Checkliste für den Aufbau vor Ort

  • Gut sichtbare Beschilderung: ein Schild „Gerätepool“, das sich nicht übersehen lässt
  • Geordnete Ablage: beschriftete Fächer, Regale oder Ladeplätze für jede Art von Objekt
  • QR-Code an der Station: für den schnellen Scan zum Ausleihen
  • Ladestationen: für Laptops, Tablets, Kameras, Hotspots. Ein leeres Gerät ist ein nicht verfügbares Gerät
  • Rückgabekiste oder fester Rückgabeplatz: Niemand soll raten müssen, wohin die Sachen zurückgehören
  • Kurze Anleitung: eine laminierte Karte mit den Schritten zum Ausleihen (höchstens 3)
  • Zustand der Geräte sichtbar, damit die Nutzer auf einen Blick sehen, was verfügbar, was ausgeliehen ist und was gerade lädt

Das Modell „Automat“

Manche Organisationen gehen weiter und setzen auf Ausgabeautomaten für Geräte, im Grunde Verkaufsautomaten für Werkzeug oder Technik. Sie scannen Ihren Ausweis, wählen aus, was Sie brauchen, und der Automat gibt es frei. Die Rückgabe läuft genauso.

Für die meisten Organisationen ist das übertrieben. Verwalten Sie aber eine große Werkzeugausgabe (Bau, Produktion, Instandhaltung) mit 50 oder mehr Objekten im Pool und hohem täglichem Umschlag, rechnet sich die Automatisierung durch weniger Verluste und eine lückenlose Nachverfolgung der gemeinsam genutzten Geräte. Stellen Sie es sich wie eine Paketstation vor, nur eben für Geräte.

Für alle anderen erledigt ein ordentlich eingerichtetes Regal mit QR-Codes den Job.

Schritt 5: Regeln festlegen und gegen die Tragik der Allmende ankämpfen

Bei gemeinsam genutzten Geräten gilt: Ohne klare Regeln verkommen Pools. Leute behandeln geteilte Dinge schlechter als ihre eigenen. Das ist menschlich, keine böse Absicht, schlicht Psychologie. Ökonomen nennen das die Tragik der Allmende, und sie gilt für Ihren Gerätepool genauso wie für öffentliche Parks.

Das Kernproblem

Gehört ein Objekt niemandem persönlich, passiert meist dreierlei:

  1. Vernachlässigung. Niemand lädt es. Niemand reinigt es. Niemand meldet den gesprungenen Bildschirm. „Darum kümmert sich schon jemand anderes.“
  2. Horten. Jemand leiht am Montag einen Laptop aus und behält ihn die ganze Woche, „nur für den Fall“. Das Horten von Geräten ist der stille Killer jedes Pools.
  3. Verschwinden. Objekte machen sich davon. Meist nicht gestohlen, nur vergessen: im Besprechungsraum liegen gelassen, im Auto, oder sie stehen auf irgendeinem Schreibtisch, lange nachdem die Ausleihe abgelaufen ist.

Die Poolregeln, die das verhindern

Schriftliche Regeln für gemeinsam genutzte Geräte müssen nicht lang sein. Eine Seite reicht. Aber es muss sie geben, und alle müssen sie kennen.

Was hineingehört:

  • Wer den Pool nutzen darf: Alle Beschäftigten? Bestimmte Abteilungen? Externe Auftragnehmer?
  • Wie Ausleihe und Rückgabe funktionieren: Schritt für Schritt (im besten Fall: „QR-Code scannen“)
  • Maximale Ausleihdauer je Art von Objekt
  • Erwarteter Zustand: geladen, sauber und funktionsfähig zurückgeben
  • Zuständigkeit für die Wartung: Wer repariert? Wo melden Sie Schäden? Was passiert, wenn während Ihrer Ausleihe etwas kaputtgeht?
  • Folgen bei verspäteter Rückgabe: Erinnerung → Nachricht an die Führungskraft → kein Zugang mehr zum Pool
  • Folgen bei Schäden: normale Abnutzung = keine Strafe. Fahrlässigkeit = Gespräch mit der Führungskraft.

Wie Sie das Horten von Geräten verhindern

Horten ist das häufigste Problem, das ich in Pools sehe. Die Leute leihen etwas aus und … behalten es einfach. Nicht aus Gier, aus Bequemlichkeit. „Vielleicht brauche ich es morgen wieder, also behalte ich es lieber gleich.“

Drei Gegenmittel, die funktionieren:

  1. Harte Grenzen für die Ausleihdauer mit automatischen Erinnerungen. Das System schickt die Erinnerung „Bitte bis 17 Uhr zurückgeben“. Kommt das Objekt nicht zurück, steht es im Dashboard als überfällig. Niemand will mit seinem Namen auf der Liste der Überfälligen stehen.
  2. Sichtbarkeit. Ein gemeinsames Dashboard mit „Gerade ausgeliehen: Laptop Nr. 7, Sarah M., seit 3 Tagen“ erzeugt sanften sozialen Druck. Die Strategie für die Umverteilung heißt hier Transparenz: Die Leute bringen Sachen schneller zurück, wenn sie wissen, dass alle den Status sehen.
  3. Nutzung überprüfen. Schauen Sie sich einmal im Monat die Muster der Ausleihen an. Leiht jemand einen Monat lang jeden Tag denselben Laptop aus, ist das kein Teilen. Das ist faktisch eine feste Zuordnung. Ordnen Sie ihn der Person offiziell zu oder sprechen Sie mit ihr darüber, dass der Pool für zeitweise Nutzung gedacht ist.

Schritt 6: Die Leistung des Pools messen

Ein Pool ohne Kennzahlen ist bloß eine Hoffnung. Sie müssen messen, um zu wissen, ob er funktioniert, und um Probleme zu erkennen, bevor daraus Krisen werden.

Die wichtigsten Kennzahlen eines Pools

1. Auslastung des Pools

Die wichtigste Zahl. Gesamte Ausleihstunden ÷ gesamte verfügbare Stunden über alle Objekte des Pools.

  • Unter 40 %: Der Pool ist zu groß. Objekte herausnehmen.
  • 50–75 %: gesunder Bereich. Gute Verfügbarkeit der Geräte bei vernünftiger Effizienz.
  • Über 85 %: Der Pool ist zu klein. Die Leute warten. Kapazität aufstocken.

Verfolgen Sie diese Zahl wöchentlich. Mit einem Dashboard zur Auslastung ist das ein Blick von 2 Minuten.

2. Durchschnittliche Wartezeit

Wie lange wartet jemand zwischen Anfrage und Erhalt eines Objekts? Lautet die Antwort „nie, es ist immer eins da“, ist Ihr Pool vielleicht zu groß. Warten die Leute regelmäßig 30 Minuten oder länger, ist er zu klein oder ungünstig platziert.

3. Gleichzeitige Ausleihen zur Spitzenzeit

Die Zahl, nach der Sie die Größe des Pools richten. Verfolgen Sie Tages- und Wochenspitzen. Stoßen die Spitzen immer wieder an die Gesamtgröße des Pools, ist es Zeit zu wachsen.

4. Ausleihdauer im Vergleich zum erlaubten Maximum

Bringen die Leute die Sachen rechtzeitig zurück? Liegt die durchschnittliche Ausleihe bei 6 Stunden und das Maximum bei 8, ist alles in Ordnung. Liegt der Durchschnitt bei 7,5 Stunden, reizen die Leute die Grenze aus, und Sie brauchen vielleicht ein längeres Zeitfenster oder eine strengere Durchsetzung.

5. Umschlag je Objekt

Wie oft jedes Objekt im Monat ausgeliehen wird. Wird ein Laptop 40-mal ausgeliehen und ein anderer 3-mal, dann wird entweder der beliebte bevorzugt (neuer, schneller, besserer Bildschirm), oder mit dem unbeliebten stimmt etwas nicht. Gehen Sie den Ausreißern nach.

6. Ungenutzte Objekte erkennen

Ein Objekt im Pool wurde in 30 Tagen kein einziges Mal ausgeliehen? Das ist Leerlauf, den Sie bezahlen. Das ist das Signal, es aus dem Pool zu nehmen und entweder neu zuzuordnen, zu verkaufen oder auszusondern.

Monatliche Überprüfung des Pools (30 Minuten)

Ziehen Sie diese Zahlen einmal im Monat und beantworten Sie drei Fragen:

  1. Hat der Pool die richtige Größe? (Liegt die Auslastung im Bereich 50–75 %?)
  2. Halten sich die Leute an die Regeln? (Verspätete Rückgaben, Muster beim Horten?)
  3. Fallen einzelne Objekte ab? (Wenig Ausleihen, häufige Schadensmeldungen?)

Passen Sie entsprechend an. Wächst der Bedarf, kommen Objekte dazu. Sinkt er, nehmen Sie welche heraus. Ersetzen Sie beschädigte, bevor sie die Nutzer frustrieren.

Ein Beispiel aus der Praxis: der Laptop-Pool einer Universität

Gehen wir ein konkretes Beispiel durch. Es ist zusammengesetzt aus mehreren IT-Abteilungen von Universitäten, mit denen ich gesprochen habe, denn das Muster ist bemerkenswert einheitlich.

Vorher: Laptops im Besitz der Fachbereiche

Eine Universität mit 8 Fachbereichen, von denen jeder seine eigenen Leihlaptops für Studierende und Lehrende vorhält.

  • Zahl der Laptops: 200 (rund 25 pro Fachbereich)
  • Durchschnittliche Auslastung: 38 %
  • Jährliche Kosten: ~67.000 € (Erneuerungszyklus, Reparaturen, Softwarelizenzen, IT-Betreuung, verteilt auf 8 getrennte Systeme)
  • Beschwerden der Studierenden: „Keine Laptops verfügbar“, obwohl zu jedem beliebigen Zeitpunkt 124 davon ungenutzt herumstanden

Das Problem war nicht die Menge. Es war die Verteilung. Der Fachbereich Wirtschaftswissenschaften hatte 25 Laptops bei 65 % Auslastung, und die Studierenden warteten ständig. Der Fachbereich Philosophie hatte 25 Laptops bei 15 % Auslastung, die Staub ansetzten. Aber keiner der beiden wollte seine Objekte „hergeben“. Klassisches Horten von Geräten, nur eben auf der Ebene der Organisation.

Nachher: ein zentraler Laptop-Pool

Die IT-Abteilung führte alle 200 Laptops in einem einzigen erfassten Pool zusammen. Die Auswertung der gleichzeitigen Spitzennutzung ergab:

  • Tatsächlicher gleichzeitiger Spitzenbedarf: 95 Laptops (über alle Fachbereiche)
  • Empfohlene Poolgröße (mit 25 % Puffer): 120 Laptops
  • Überschuss: 80 Laptops ausgesondert (verkauft, gespendet oder recycelt)
  • Neue Auslastung: 72 %
  • Jährliche Kosten: ~40.000 € (weniger Objekte, weniger Lizenzen, ein einziges Betreuungssystem)
  • Jährliche Einsparung: ~27.000 €
  • Beschwerden der Studierenden über die Verfügbarkeit: um 80 % gesunken

Der Schlüssel waren die Daten. Durch den Pool stieg die Auslastung der Kapazität drastisch. Gegen „Ihr Fachbereich nutzt höchstens 8 Laptops gleichzeitig, hält aber 25“ konnte niemand etwas sagen. Die Zahlen machten das Gespräch darüber, wer wie viele Geräte braucht, sachlich statt politisch.

Die IT richtete drei Poolstationen ein: eine in der Hauptbibliothek (rund um die Uhr zugänglich), eine im Studierendenzentrum, eine im Gebäude der Ingenieurwissenschaften. Jede mit Ladeplätzen, Ausleihe per QR-Code und klarer Beschilderung. Die Studierenden scannen mit dem Handy, nehmen einen Laptop und bringen ihn zurück, wenn sie fertig sind. Durchschnittliche Ausleihe: 3,5 Stunden.

Häufige Fehler bei Gerätepools

Den Pool zu groß machen

Der Reflex ist, alles hineinzuwerfen. „Wenig genutzt? Ab in den Pool!“ Aber ein Pool aus 30 Objekten, von denen 15 nie ausgeliehen werden, ist nur ein größerer Abstellschrank. Fangen Sie klein an. Beginnen Sie mit den Objekten, die ganz offensichtlich in einen Pool gehören, und erweitern Sie nach Bedarf. Den Bestand richtig zu bemessen geht Schritt für Schritt, nicht mit einem großen Knall.

Kein Ausleihsystem

„Einfach aus dem Regal nehmen und wieder zurückbringen.“ Das funktioniert ungefähr zwei Wochen. Dann verschwinden die ersten Sachen. Ohne Ausleihsystem haben Sie keine Daten, keine Verantwortlichkeit und keinen Weg, herauszufinden, wo die fehlende Kamera geblieben ist. Das System, das die gemeinsam genutzten Geräte verfolgt, ist der Pool. Ohne es haben Sie nur ein Regal.

Den Aufbau vor Ort vernachlässigen

Ein „Pool“, der aus einem Pappkarton in einem abgeschlossenen Lagerraum ohne Schild besteht? Den nutzt niemand. Nehmen Sie sich 30 Minuten, um eine ordentliche Station einzurichten. Beschriftete Fächer, ein sichtbarer Standort, Ladekabel, eine klare Anleitung. Je einfacher die Nutzung, desto höher die Akzeptanz.

Keine Regeln (oder Regeln, die keiner kennt)

Entweder gibt es gar keine Poolregeln (Chaos) oder eine zehnseitige Richtlinie, vergraben im Mitarbeiterhandbuch (dasselbe Chaos, nur mit glaubhafter Ausrede). Schreiben Sie die Regeln auf. Halten Sie sie kurz. Hängen Sie sie an der Poolstation aus. Verschicken Sie sie mit der E-Mail zum Start. Wiederholen Sie das einmal im Quartal.

Nicht messen

Erfassen Sie die Auslastung des Pools nicht, können Sie die Frage „Funktioniert das?“ nicht beantworten. Aufbau ohne Messung ist ein einmaliges Projekt. Aufbau mit Messung ist ein System, das mit der Zeit besser wird. Ob ein Pool jahrelang Geld spart oder zum vergessenen Regal wird, hängt daran, ob sich jemand regelmäßig die Zahlen anschaut.

Alle Objekte gleich behandeln

Ein tragbarer Lautsprecher für 200 € und eine Kamera für 3.000 € brauchen nicht denselben Ausleihprozess. Der Lautsprecher kann nach dem Prinzip „wer zuerst kommt“ laufen, mit minimaler Erfassung. Die Kamera braucht Reservierung, Zustandsprüfung und vermutlich einen Koffer samt Liste des Zubehörs. Richten Sie den Ablauf nach Wert und Risiko des Objekts aus.

So legen Sie los: Ihr erster Gerätepool in zwei Wochen

Monatelange Planung brauchen Sie nicht. Der Weg von null zu einem funktionierenden Pool passt in zwei Wochen.

Fangen Sie mit den Kandidaten an: Daten zur Auslastung ziehen, 10–20 Objekte derselben Art mit weniger als 40 % Auslastung finden, prüfen, ob sie funktionieren und ohne persönliche Konfiguration auskommen. Ein, zwei Tage Arbeit.

Dann bemessen Sie den Pool. Gleichzeitige Spitzennutzung ansehen, die Formel mit dem Faktor 1,25 anwenden, entscheiden, welche Objekte hineinkommen und welche Sie zum Aussondern oder Umverteilen beiseitelegen. Noch einmal ein, zwei Tage.

Als Nächstes richten Sie das System ein. Konfigurieren Sie Ihren Ablauf für Ausgabe und Rücknahme. Mit UNIO24Mobile heißt das: eine Standortgruppe anlegen und den Modus für Ausgabe und Rückgabe einschalten, etwa 15 Minuten. Drucken oder vergeben Sie QR-Etiketten, falls die Objekte noch keine haben. Für die Arbeit an den Etiketten planen Sie zwei bis drei Tage ein.

Richten Sie die Station vor Ort ein. Standort wählen, Regale oder Ladeplätze aufbauen, Schilder und eine laminierte Karte „So leihen Sie aus“ anbringen. Machen Sie die Station unübersehbar. Ein, zwei Tage Arbeit, am besten gegen Ende der ersten Woche.

Kündigen Sie den Pool an. Schreiben Sie den infrage kommenden Teams eine E-Mail. Halten Sie es einfach: „Wir starten einen gemeinsamen Pool für Art der Geräte. Hier steht er, so nutzen Sie ihn, und darum machen wir das.“ Dazu ein Link zum Ausleihsystem.

Dann beobachten Sie den Rest der zweiten Woche. Schauen Sie sich die ersten Tage genau an. Nutzen die Leute den Pool? Bringen sie die Sachen pünktlich zurück? Gibt es Unklarheiten im Ablauf? Beheben Sie Probleme schnell. Der erste Eindruck entscheidet darüber, ob der Pool auf lange Sicht angenommen wird.

Nach 30 Tagen machen Sie die erste richtige Überprüfung. Ziehen Sie die Kennzahlen des Pools. Liegen Sie im Bereich von 50–75 % Auslastung? Gibt es Objekte, die nie ausgeliehen wurden? Welche, die immer ausgeliehen sind? Passen Sie Poolgröße und Regeln an die echten Daten an.

Nach 30 Tagen wissen Sie, ob das Konzept Pool für diese Art von Objekt funktioniert. Wenn ja (und meistens ist das so), weiten Sie es auf die nächste Kategorie aus. Bauen Sie einen Pool nach dem anderen. Jeder Erfolg macht den nächsten leichter, weil die Organisation jetzt den Beweis hat, dass es funktioniert.

Oleksii Tsipiniuk

Geschrieben von

Oleksii Tsipiniuk

Gründer von UNIO24

Oleksii ist Gründer von UNIO24, Ingenieur und Unternehmer mit einer Schwäche für Daten und Analytik. Er digitalisiert und automatisiert Abläufe für Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen.

Veröffentlicht am 1. Okt. 2026