Inventurstrategie: Etiketten, Berichte und Abläufe

Wie Sie nach dem Start eine Inventur aufbauen, die Sie durchhalten: Inventurarten, Rhythmus, Kennzahlen und Abläufe, mit denen die Abweichungen von 15 % auf 2 % sinken.

Inventurstrategie

Sie haben Ihre Inventarverwaltung eingeführt, die Daten übernommen und bereinigt, alle Objekte etikettiert, das Team geschult, und alle arbeiten damit. Das Schwierigste ist geschafft, oder?

Nicht einmal annähernd.

Die erste Woche sieht prima aus. In Woche vier fallen Ihnen ein paar Objekte mit falschem Standort auf. Im dritten Monat stellt jemand fest, dass 23 Laptops auf Leute gebucht sind, die das Unternehmen vor Monaten verlassen haben. Im sechsten Monat zieht die Buchhaltung einen Bericht und findet heraus, dass 15 % Ihrer Inventardaten nicht zur Wirklichkeit passen.

Inventarverwaltung nach der Einführung ist kein einmaliges Projekt. Sie ist Pflegearbeit, eine Disziplin. Der Ablauf, der die Daten sauber hält, heißt Inventur, und fast alle unterschätzen, wie viel davon nötig ist.

Ich habe Unternehmen gesehen, die Zehntausende in die Einführung eines Systems gesteckt haben und dann zusehen mussten, wie daraus eine teure Tabelle wurde, weil sie die Inventuren ausgelassen haben. Und ich habe Unternehmen gesehen, die ihre Inventuren straff führen und noch Jahre nach dem Start bei durchgehend hoher Genauigkeit liegen. Der Unterschied? Eine Inventurstrategie, die sich durchhalten lässt.

Warum Ihre Inventardaten verfallen (und warum das nicht Ihre Schuld ist)

Bevor wir über Inventuren reden, reden wir darüber, warum es sie braucht. Selbst mit dem besten System und den gewissenhaftesten Nutzern entfernen sich Inventardaten von selbst von der Wirklichkeit. Nicht, weil die Leute schlampig wären, sondern weil das echte Leben unordentlich ist.

Geräte wandern ohne Scan. Jemand leiht sich einen Beamer für eine Besprechung in einem anderen Gebäude. Die Ausgabe zu buchen, vergisst er. Jetzt sagt Ihr System, der Beamer stehe in Gebäude A, tatsächlich steht er in Gebäude C.

Leute gehen, die Objekte bleiben. Eine Mitarbeiterin kündigt. Die Personalabteilung bearbeitet den Austritt. Aber niemand denkt daran, die kabellose Maus, die Tastatur und das Headset einzusammeln, die auf sie gebucht sind. Drei Monate später sind diese Dinge einer Person „zugeordnet“, die gar nicht mehr im Haus arbeitet.

Statusänderungen werden nicht erfasst. Ein Drucker geht kaputt. Jemand klebt einen Zettel drauf: „Außer Betrieb“. Im System steht er aber weiter als „In Betrieb“. Die Leute schicken weiter Druckaufträge an ihn, ärgern sich und rufen die IT an.

Neue Objekte rutschen durch. Ein Abteilungsleiter bestellt Geräte direkt bei Amazon, mit der Firmenkreditkarte. Sie kommen an, werden benutzt, landen aber nie im System. Herzlichen Glückwunsch, Sie haben jetzt ein nicht erfasstes Objekt. Genau deshalb brauchen Sie klare Abläufe dafür, neue Geräte zu etikettieren.

Ich habe mit einem Logistikteam gearbeitet, bei dem ein einzelner Gabelstapler über ein paar Monate mehrmals zwischen den Lagern hin- und hergewandert ist. Kein einziges Mal hat jemand das System aktualisiert. Als das Inventurteam ihn prüfen musste, haben sie tagelang herumtelefoniert, um das Ding zu finden. Er stand in Lager B. Laut System in Lager D.

Inventardaten driften von allein. Mit Inventuren halten Sie dagegen.

Die vier Inventurarten (und wann Sie welche brauchen)

Inventur ist nicht gleich Inventur. Ob Sie eine Vollinventur über das ganze Unternehmen fahren oder eine gezielte Prüfung des Anlagevermögens für die Buchhaltung, verschiedene Situationen verlangen verschiedene Vorgehensweisen. Das hier funktioniert in der Praxis wirklich:

1. Vollinventur: der Großputz

Das ist die „große“ Inventur, das volle Programm für das Anlagevermögen, angewandt auf das ganze Unternehmen. Sie prüfen jedes einzelne Objekt. Sie gehen durch jeden Standort, scannen jedes Etikett und gleichen alles mit dem System ab.

Wann:

  • Mindestens einmal im Jahr, für die Compliance und als Basiswert für die Genauigkeit
  • Nach großen Ereignissen (Umzüge, Fusionen, ein Austausch der Geräte in großem Stil)
  • Wenn Sie systematische Probleme mit der Datenqualität vermuten

Wie lange es dauert: Bei 500 Objekten mit ordentlicher Vorbereitung etwa 2–3 Tage. Bei 2.000 Objekten ohne Vorbereitung zwei elende Wochen und jede Menge Überstunden.

Vollinventuren stören. Sie ziehen Leute aus ihrer eigentlichen Arbeit. Machen Sie sie zügig und nicht zu oft.

Ich habe Unternehmen erlebt, die eine Vollinventur jedes Quartal versucht haben. Das hielt genau zwei Quartale, dann haben alle gemeutert. Eine jährliche Inventur ist für die meisten Organisationen realistisch. Halbjährlich, wenn Sie in einem Umfeld mit hohem Risiko oder strenger Regulierung arbeiten.

2. Stichproben: die unangekündigte Kontrolle

Ziehen Sie eine zufällige Auswahl von Objekten, sagen wir 50 von 1.000, und prüfen Sie genau diese. Schnell, kaum störend und überraschend gut darin, Probleme früh zu erwischen.

Wann:

  • Monatlich oder vierteljährlich zwischen zwei Vollinventuren
  • Nachdem neue Mitarbeitende geschult wurden
  • Wenn Sie merken, dass die Datenqualität nachlässt

Wie es geht: Wählen Sie wirklich zufällig aus. Prüfen Sie nicht nur die Geräte, die leicht zu finden sind. Nehmen Sie eine Mischung aus Objekten mit hohem, mittlerem und niedrigem Wert. Verschiedene Standorte. Verschiedene Kategorien.

Eine Faustregel zum Merken: Finden Sie in einer Zufallsstichprobe eine Abweichungsquote von 10 %, liegt die echte Quote über alle Objekte wahrscheinlich ähnlich hoch. Stichproben sind Ihr Frühwarnsystem, ohne den Aufwand einer Vollinventur.

3. Rollierende Inventur: der kontinuierliche Weg

Statt einer großen Inventur prüfen Sie Ihren Bestand in Teilen, nach einem festen Wechselplan. Jede Woche prüfen Sie 5 % Ihres Bestands. Nach 20 Wochen haben Sie alles geprüft, aber die Arbeit verteilt sich.

Wann:

  • Wenn Sie durchgehende Genauigkeit ohne große Unterbrechungen wollen
  • In Organisationen, in denen sich viele Objekte bewegen
  • Wenn Sie die Disziplin haben, sich an einen Plan zu halten

Wie Sie sie aufbauen: Teilen Sie die Objekte in Gruppen. Geräte mit hohem Wert werden öfter gezählt (etwa jeden Monat). Dinge mit niedrigem Wert seltener (vierteljährlich oder halbjährlich).

Diesen Weg würde ich den meisten Teams empfehlen, und ich gehe ihn selbst. Das ist Zahnseide statt Warten auf das Loch im Zahn: unspektakulär, alltäglich und genau das, was Sie tatsächlich vor Ärger bewahrt.

Der Preis ist Disziplin. Sie lassen eine Woche aus, weil gerade zu viel los ist, das summiert sich, und drei Monate später haben Sie in Wahrheit eine Jahresinventur angesetzt und sie „laufende Pflege“ genannt. Die rollierende Inventur funktioniert nur, wenn Sie den Plan auch in den Wochen einhalten, in denen Sie keine Lust darauf haben.

4. Abteilungsinventur: die gezielte Untersuchung

Sie prüfen alle Objekte einer bestimmten Abteilung, eines Standorts oder einer Kategorie. Nicht alles, nur einen klar abgegrenzten Ausschnitt.

Wann:

  • Wenn es in einem bestimmten Bereich bekannte Probleme gibt
  • Nach Umstrukturierungen oder Umzügen von Abteilungen
  • Zur Vorbereitung auf eine externe Prüfung bestimmter Objekte
  • Nachdem in einer Abteilung Geräte ausgetauscht wurden

Beispiel: Die IT tauscht alle Laptops im Vertrieb aus. Zwei Wochen später machen Sie eine Abteilungsinventur und prüfen: Die alten Laptops sind ordnungsgemäß entsorgt, die neuen korrekt angelegt, alle Zuordnungen aktualisiert.

Etikettenprüfung: Ihre Etiketten auf dem Prüfstand

Die vier Inventurarten oben prüfen die Objekte. Eine Etikettenprüfung prüft Ihre Etiketten. Ohne verlässliche Etiketten scheitert jede andere Inventur: Ein Scanner, der einen beschädigten QR-Code nicht lesen kann, macht aus einer Prüfung von 30 Sekunden eine Suche von 15 Minuten.

Eine Etikettenprüfung kontrolliert vier Dinge:

  1. Ist ein Etikett da? Hat jedes Objekt tatsächlich ein Etikett? Objekte ohne Etikett sind für jede Inventur per Scan unsichtbar.
  2. In welchem Zustand ist es? Ist das Etikett lesbar? Verblasste QR-Codes, abgelöste Aufkleber oder beschädigte NFC-Chips müssen vor der nächsten Vollinventur ersetzt werden.
  3. Passt es zum Datensatz? Ruft der Scan den richtigen Datensatz auf? Ein falsch etikettiertes Objekt (falsches Etikett am falschen Gerät) verfälscht die Daten in jeder Inventurrunde.
  4. Sitzt es an der richtigen Stelle? Klebt das Etikett an einer festgelegten Stelle, an der es sich scannen lässt? Uneinheitliche Anbringung bremst die Zählenden und führt zu verpassten Scans.

Wann Sie Etiketten prüfen:

  • Vor jeder Vollinventur (Sie prüfen Ihre Grundlage, bevor Sie sich auf sie verlassen)
  • Vierteljährlich in Umgebungen mit viel Bewegung (Baustellen, Außendienstteams, raue Bedingungen)
  • Nach jedem Vorfall, bei dem eine Inventur an den Etiketten gescheitert ist

So geht es zügig: Ziehen Sie eine Liste der Objekte nach Standort. Gehen Sie mit einem Scanner durch. Versuchen Sie bei jedem Objekt einen Scan. Halten Sie das Ergebnis fest: gescannt, Etikett fehlt, Etikett unlesbar, falscher Datensatz. Beheben Sie Probleme gleich vor Ort oder sammeln Sie sie für eine Austauschrunde danach.

Die Kennzahl dazu: Scan-Erfolgsquote der Etiketten. Gesunde Betriebe liegen bei 95 % und mehr. Unter 90 % brauchen Sie eine Neuetikettierung, nicht bloß eine Prüfung der Datenqualität.

Siehe auch: Etikettieren zur Wahl der Etikettenart und Inventarnummer und Etiketten dazu, welche Angaben auf jedes Etikett gehören.

Wie oft ist oft genug (ohne alle in den Wahnsinn zu treiben)?

Die Frage, die mir am häufigsten gestellt wird. Kurz: Es kommt darauf an. Ein grober Rahmen, der für die meisten Teams passt, sieht aber so aus:

Nach Wert und Risiko

ObjektkategorieVollinventurStichprobeRollierende Inventur
Hoher Wert (über 5.000 €)jährlichvierteljährlichmonatlich im Wechsel
Mittlerer Wert (500–5.000 €)jährlichhalbjährlichvierteljährlich im Wechsel
Niedriger Wert (unter 500 €)jährlichjährlichhalbjährlich im Wechsel
Hohes Risiko (diebstahlgefährdet, tragbar)jährlichmonatlichalle zwei Wochen im Wechsel
Kritisch (Sicherheit, Compliance)halbjährlichvierteljährlichmonatlich im Wechsel

Hoher Wert heißt nicht nur teuer. Es heißt: „große Wirkung, wenn es verloren geht oder nicht verfügbar ist“. Ein Spezialwerkzeug für 300 €, ohne das die Produktion steht, hat hohen Wert. Ein Konferenztisch für 2.000 € hat mittleren Wert.

Als die Quartalsinventur eine Meuterei auslöste

Ich habe mit einer Organisation im Gesundheitswesen gearbeitet, die alle 4.000 Objekte jedes Quartal zu prüfen versuchte. Schon im zweiten Monat versteckten die Leute Geräte vor dem Inventurteam, weil „wir gerade echt keine Zeit dafür haben“.

Wir haben umgebaut auf:

  • eine jährliche Vollinventur: 3 Tage, einmal im Jahr, alle wissen, dass sie kommt
  • monatlich rollierende Zählungen (30 Minuten pro Woche und Standort)
  • vierteljährliche Stichproben bei Objekten mit hohem Wert (1 Stunde pro Quartal)

Und siehe da: Die Compliance wurde besser. Die Datengenauigkeit wurde besser. Und niemand hat mehr versucht, Geräte zu verstecken.

Häufige kleine Inventuren schlagen seltene große. Jedes Mal, jedenfalls nach meiner Erfahrung, und ich habe es auch andersherum versucht.

Eine Inventur planen, die nicht nervt

Die meisten Inventuren scheitern schon in der Planung. Die Leute denken: „Wir laufen einfach rum und scannen ein bisschen.“ Dann merken sie, dass sie nicht genug Scanner haben, die Hälfte der Etiketten unlesbar ist und niemand weiß, wer für den Lagerraum im dritten Stock zuständig ist.

Vorbereitung (2–3 Wochen vorher)

1. Den Umfang klar festlegen

  • Welche Objekte? (Alle? Bestimmte Kategorien? Bestimmte Standorte?)
  • Welche Standorte? (Lagerflächen, Lager, Außenstellen mit dabei?)
  • Bis wann?

2. Das Team zusammenstellen

  • Wer leitet die Inventur?
  • Wer ist für welchen Standort zuständig?
  • Wer kümmert sich um die Klärung der Abweichungen?

3. Die Werkzeuge vorbereiten

  • Mobile Scanner oder Handys mit Scan-App
  • Ausgedruckte Objektlisten (als Rückfallebene, Systeme fallen aus)
  • Etiketten und Etikettendrucker (für Objekte mit beschädigten Etiketten; siehe unseren Leitfaden zu haltbaren Inventaretiketten)
  • Klemmbretter und Stifte (ja, wirklich, die altmodische Reserve)

4. Früh Bescheid geben

  • Allen sagen, dass die Inventur kommt (keine Überraschungen)
  • Erklären, warum sie wichtig ist (nicht nur „Compliance“, sondern der echte Nutzen)
  • Darum bitten, die zugeordneten Geräte aufzuräumen (dann sind die Dinge schneller gefunden)
  • Um Mithilfe beim Zugang zu abgeschlossenen Bereichen bitten

Zwei Wochen vor der Inventur schicke ich jedes Mal dieselbe E-Mail: „Hallo, die Inventur steht an, bitte sorgen Sie dafür, dass Ihre zugeordneten Geräte dort sind, wo sie hingehören.“ Erstaunlich, wie viele „verlorene“ Dinge wieder auftauchen, wenn die Leute wissen, dass jemand nachschauen kommt.

Während der Inventur: die eigentliche Arbeit

Mit einem Laufplan anfangen. Laufen Sie nicht planlos herum. Planen Sie Ihre Route durch jedes Gebäude und jedes Stockwerk systematisch. Von links nach rechts. Von oben nach unten. Egal wie, Hauptsache systematisch.

Mobil scannen. Mit einem Klemmbrett herumlaufen und Objekte von Hand abhaken ist Technik von 2005. Moderne Systeme zur Inventarverwaltung haben mobile Apps. Sie scannen den QR-Code oder das NFC-Etikett, und das System zeigt sofort: ✓ gefunden oder ✗ Abweichung.

Probleme sofort markieren, aber noch nicht beheben. Finden Sie eine Abweichung (Objekt am falschen Standort, beschädigtes Etikett, falsche Person zugeordnet), markieren Sie sie. Halten Sie nicht an, um sie zu beheben. Erst die Inventur abschließen, dann nachforschen.

Alles dokumentieren. Fotografieren Sie beschädigte Geräte. Notieren Sie, wo verlegte Dinge aufgetaucht sind. Schreiben Sie auf, mit wem Sie gesprochen haben. Diese Angaben sind Gold wert, wenn Sie später den Abweichungen nachgehen.

Zu zweit geht es besser. Einer scannt, der andere hält das Gerät und schreibt mit. Das ist schneller und genauer, als allein zu zählen.

Beispiel einer laufenden Inventur in UNIO24Eine laufende Inventur, von innen in UNIO24 gesehen. Jede Zeile trägt ein ID-Präfix nach Klasse (MB- für Möbel, TN- für Fahrzeuge), einen Zustand aus einer festen Liste („Good“ / „Satisfactory“ / „New“ / „Not specified“), die Markierung „Present“ oder „Absent“ und den Namen der zählenden Person mit Zeitstempel. Die rote Markierung „Absent“ bei MB-001 ist genau die Art Befund, die Sie sofort sehen wollen: Gehen Sie ihr nach dem Rundgang nach, nicht währenddessen. Der Status bleibt „Open“, bis jemand die Inventur abzeichnet, und das ist der einfachste Mechanismus, den ich kenne, damit halb fertige Inventuren nicht still verschwinden.

Nach der Inventur: aus Befunden werden Maßnahmen

Mit dem Scannen ist die Inventur nicht vorbei. Jetzt kommt der wichtige Teil: der Abgleich.

1. Einen Abweichungsbericht erzeugen

  • Nicht gefundene Objekte (im System, aber nicht in der Wirklichkeit)
  • Gefundene Objekte, die nicht im System sind (in der Wirklichkeit, aber nicht im System)
  • Abweichende Standorte
  • Abweichender Status
  • Falsche Zuordnungen

2. Jeder Abweichung nachgehen

Markieren Sie ein Objekt nicht einfach als „fehlend“ und machen Sie weiter. Finden Sie heraus, warum.

Wurde es woandershin gebracht, aber nicht gescannt? Sprechen Sie mit der Person, die es bewegt hat. Wurde es entsorgt, aber nicht verbucht? Suchen Sie die Unterlagen zur Aussonderung. Wurde es gestohlen? Schreiben Sie einen Vorfallbericht. Hat es sich eine andere Abteilung „ausgeliehen“? Zeit für ein Gespräch über die Regeln zur Ausgabe.

3. Das System aktualisieren

Sobald Sie wissen, was passiert ist, korrigieren Sie die Datensätze. Korrigieren Sie aber auch die Abläufe, damit es nicht wieder passiert.

4. Über die Ergebnisse berichten

Erstellen Sie einen Inventurbericht für die Geschäftsführung:

  • Anzahl der geprüften Objekte
  • Genauigkeitsquote (Anteil der korrekt erfassten Objekte in %)
  • Abweichungsquote (Anteil mit Problemen in %)
  • Arten der gefundenen Abweichungen
  • Ergriffene Maßnahmen
  • Umgesetzte Verbesserungen an den Abläufen

Die Kennzahlen, die wirklich zählen

Was Sie nicht messen, können Sie nicht steuern. Das sind die Kennzahlen der Inventarverwaltung, die ich bei jeder Inventur verfolge:

1. Genauigkeitsquote der Inventur

Formel: (korrekt erfasste Objekte / geprüfte Objekte insgesamt) × 100 %

Das ist Ihre wichtigste Zahl. Prüfen Sie 1.000 Objekte, und 950 stimmen genau mit ihrem Datensatz überein, liegt Ihre Genauigkeitsquote bei 95 %.

GenauigkeitsquoteBewertung
98–100 %Hervorragend, Ihre Abläufe sind grundsolide
95–97 %Gut, kleinere Punkte zu klären
90–94 %Bedenklich, systematische Probleme zeichnen sich ab
unter 90 %Kritisch, die Abläufe versagen grundlegend

Erwarten Sie bei der ersten Inventur nach dem Start keine 100 %. Realistisch sind 92–95 %. Bei der dritten Inventur sollten Sie bei 97 % oder mehr liegen. Stehen Sie gleich beim ersten Mal bei 100 %, haben Sie etwas übersehen, tut mir leid für die Optimisten im Raum.

2. Abweichungsquote nach Kategorie

Formel: (Objekte mit Abweichungen in der Kategorie / alle Objekte der Kategorie) × 100 %

Verfolgen Sie nicht nur die Abweichungsquote insgesamt. Schlüsseln Sie sie nach Objektkategorie auf. Vielleicht haben Sie 98 % Genauigkeit bei Desktop-Rechnern, aber 85 % bei Handwerkzeugen. Das sagt Ihnen, wo Sie Ihre Abläufe verbessern sollten.

3. Zeit bis zur Klärung

Was sie misst: die durchschnittliche Zahl an Tagen von der Entdeckung einer Abweichung bis zu ihrer Klärung.

Warum sie wichtig ist: Ein Problem zu finden, ist nur die halbe Miete. Brauchen Sie drei Wochen, um einen falschen Standort zu klären und zu korrigieren, sind Ihre Daten drei Wochen lang falsch.

Ziel: Unter 5 Arbeitstagen bei Routineabweichungen. Unter 1 Tag bei Objekten mit hohem Wert oder kritischen Objekten.

4. Quote wiederholter Abweichungen

Was sie misst: den Anteil der Objekte, die in mehreren aufeinanderfolgenden Inventuren Abweichungen hatten.

Warum sie wichtig ist: Tauchen dieselben Laptops Inventur für Inventur am falschen Standort auf, haben Sie ein Problem im Ablauf, kein Problem in den Daten.

5. Erledigungsquote

Was sie misst: den Anteil der geplanten Inventuren, die tatsächlich pünktlich abgeschlossen wurden.

Warum sie wichtig ist: Planen Sie monatliche Stichproben, schaffen aber nur 60 % davon, existiert Ihre Inventurstrategie auf dem Papier, nicht in der Wirklichkeit.

Ein Inventurablauf, an den sich die Leute wirklich halten

Ich habe wunderschöne Inventurverfahren gesehen, dokumentiert in Handbüchern von 40 Seiten. Niemand liest sie. Niemand hält sich daran. Die Verfahren, die den Kontakt mit echten Teams überleben, haben eines gemeinsam. Sie passen auf eine Seite.

Halten Sie es einfach

Ihr Inventurablauf sollte auf eine Seite passen. Im Ernst. Wenn jemand den Ablauf nicht in 5 Minuten versteht, wird er ihn nicht richtig umsetzen.

Vor der Inventur:

  1. Termin festlegen (mindestens 2 Wochen Vorlauf)
  2. Teammitglieder und Standorte zuteilen
  3. Ausrüstung vorbereiten (Scanner, Etiketten, Ersatzakkus)
  4. Die betroffenen Abteilungen benachrichtigen

Während der Inventur:

  1. Den zugeteilten Bereich systematisch abgehen
  2. Jedes Objekt scannen (oder von Hand erfassen, wenn das Etikett beschädigt ist)
  3. Abweichungen sofort markieren
  4. Beschädigte Etiketten gleich ersetzen
  5. Den zugeteilten Bereich vollständig abschließen, keine Objekte auslassen

Nach der Inventur:

  1. Scanergebnisse hochladen (bei Offline-Scannern)
  2. Abweichungsbericht erzeugen
  3. Abweichungen klären (mit zuständiger Person und 3 Tagen Frist)
  4. Datensätze im System aktualisieren
  5. Den Beteiligten über die Ergebnisse berichten

Das war's. Alles, was Sie zusätzlich dranschrauben, bereuen Sie innerhalb von zwei Monaten.

Klare Zuständigkeit festlegen

Jede Inventur braucht eine einzige verantwortliche Person (im Englischen DRI, Directly Responsible Individual). Kein Gremium. Eine Person, der das Ergebnis gehört.

In großen Organisationen:

  • Verantwortliche für das Inventurprogramm: steuert die gesamte Inventurstrategie
  • Zählende je Standort: zuständig für die Inventur bestimmter Gebäude oder Stockwerke
  • Zuständige für Abweichungen: gehen den markierten Fällen nach und lösen sie
  • Systemadministration: aktualisiert die Datensätze anhand der Befunde

Fest im Kalender

Machen Sie Inventur nicht dann, „wenn Zeit ist“. Planen Sie sie so fest ein wie die Lohnabrechnung. Tragen Sie sie in den Kalender ein. Schützen Sie die Zeit.

Beispiel für einen Inventurkalender übers Jahr:

  • Januar: Stichprobe (Objekte mit hohem Wert)
  • Februar: rollierende Inventur, IT-Geräte
  • März: rollierende Inventur, Haustechnik und Ausstattung
  • April: Stichprobe (alle Kategorien)
  • Mai: rollierende Inventur, Büromöbel
  • Juni: Abteilungsinventur (größte Abteilung)
  • Juli: Stichprobe (Objekte mit hohem Wert)
  • August: rollierende Inventur, Werkzeuge und Geräte
  • September: Vorbereitung der Jahresinventur
  • Oktober: Vollinventur (alle Objekte)
  • November: Klärung der Abweichungen
  • Dezember: Bericht über die Ergebnisse und Planung fürs nächste Jahr

Fällt Ihnen auf, dass die große Jahresinventur im Oktober liegt? Das ist Absicht. So bleibt der November, um Probleme zu beheben, und der Dezember, um saubere Zahlen zu melden, bevor das Geschäftsjahr endet (bei den meisten Unternehmen).

Wie Sie Ihre Abweichungsquote wirklich senken

Reden wir über das eigentliche Ziel: Ihre Datenqualität von „ganz okay“ auf „hervorragend“ zu bringen. Was in echten Einführungen funktioniert hat:

Die Ursachen beheben, nicht nur die Symptome

Finden Sie 30 Laptops, die auf ausgeschiedene Mitarbeitende gebucht sind, ordnen Sie sie nicht einfach neu zu. Fragen Sie: Warum haben wir sie beim Austritt nicht eingesammelt?

Dann reparieren Sie den Ablauf:

  • Die Rückgabe der Geräte wird Teil der Austritts-Checkliste der Personalabteilung
  • Die Rückgabe quittieren lassen und sofort im System verbuchen
  • Automatische Erinnerungen, sobald das Austrittsdatum einer Person eingetragen wird

Bei einem Unternehmen, mit dem ich gearbeitet habe, waren über 10 % der IT-Geräte auf ehemalige Mitarbeitende gebucht. Wir haben das System zur Inventarverwaltung mit dem Personalsystem verbunden: Markiert die Personalabteilung jemanden als „ausgeschieden“, markiert das System automatisch alle Objekte dieser Person zur Rückholung. Die Abweichungsquote fiel innerhalb von sechs Monaten auf niedrige einstellige Werte. Die Anbindung hat einen Sprint gekostet; die Einsparungen haben den Rest des Jahres das Kaffeebudget des Inventurteams bezahlt.

Scannen muss leichter sein als Nichtscannen

Die Leute nehmen Abkürzungen, wenn der „richtige Weg“ mühsam ist. Machen Sie es leicht, das Richtige zu tun.

Schlechter Ablauf: Um einen Laptop weiterzugeben, müssen Sie:

  1. sich am Desktop-System anmelden
  2. den Datensatz des Objekts suchen
  3. ein Übergabeformular mit 12 Feldern ausfüllen
  4. auf die Freigabe durch die Führungskraft warten
  5. eine Bestätigung ausdrucken

Ergebnis: Niemand macht das. Die Leute geben das Gerät einfach weiter.

Guter Ablauf:

  1. Die mobile App öffnen
  2. Den QR-Code des Objekts scannen
  3. „Übergeben an …“ antippen
  4. Die Person auswählen oder ihren Ausweis scannen
  5. Fertig (die Freigabe läuft im Hintergrund)

Ergebnis: Die Leute machen es tatsächlich, weil es 15 Sekunden dauert.

Das Warum erklären, nicht nur das Wie

Bringen Sie den Leuten nicht nur bei: „So scannen Sie ein Objekt.“ Erklären Sie, warum es wichtig ist.

Was ich dem Lagerpersonal sage: „Wenn Sie diesen Stapler als ‚zurück aus der Wartung‘ scannen, aktualisiert das System automatisch den Stand, und die anderen Lager wissen, dass er verfügbar ist. Das heißt weniger Anrufe ‚Wo ist der Stapler?‘ und weniger Zeit fürs Suchen. Das spart Ihnen Zeit.“

Was ich der IT sage: „Wenn Sie einen Laptop als ‚entsorgt‘ markieren, fällt er aus unserem Versicherungsschutz und aus dem Abschreibungsplan. Das spart dem Unternehmen echtes Geld bei Prämien und Steuern. Und dieses Geld könnte im nächsten Jahr das Budget Ihrer Abteilung sein.“

Die Leute lassen sich von „das macht mir das Leben leichter“ oder „das hilft dem Unternehmen“ stärker motivieren als von „das ist Vorschrift“.

Fortschritte feiern

Steigt Ihre Genauigkeit bei der Inventur von 88 % auf 94 %, sagen Sie es den Leuten. Schicken Sie eine E-Mail. Erwähnen Sie es beim nächsten Treffen mit der ganzen Belegschaft. Danken Sie den Teams, die es geschafft haben.

Was nicht funktioniert: „Wir liegen bei 94 %, sollten aber bei 98 % sein, also müssen wir besser werden.“

Was funktioniert: „Letztes Quartal lagen wir bei 88 %. Dieses Quartal haben wir 94 % erreicht. Das ist eine enorme Verbesserung. Die IT und die Haustechnik haben beim Scannen richtig angezogen. Nehmen wir den Schwung mit, unser Ziel für das nächste Quartal sind 97 %.“

Positive Bestärkung schlägt Kritik, jedes Mal.

Fallbeispiel: von 15 % Abweichungen auf unter 3 %

Eine Trendwende bei der Inventur innerhalb von sechs Monaten läuft meist in Etappen ab. Die Fassung unten ist aus mehreren ähnlichen Projekten zusammengesetzt, Namen und Details sind geändert.

Unternehmen: Regionales Bauunternehmen, 6 Baustellen plus Zentrale Objekte: rund 1.000 (Werkzeuge, Geräte, Fahrzeuge, Büroausstattung) Problem: Die erste Inventur nach der Einführung des Systems ergab eine Abweichungsquote von 15 %

Was nicht stimmte:

  • Werkzeuge wanderten ständig zwischen den Baustellen, gescannt wurde selten
  • Die Fahrzeuge waren erfasst, das zugehörige Gerät (Anhänger, Stromerzeuger) nicht
  • Das Büro hatte eine ordentliche Genauigkeit (rund 7 % Abweichung), auf den Baustellen herrschte Chaos (über 20 %)
  • Niemand fühlte sich für die Datenqualität zuständig

Die Lösung (umgesetzt über 6 Monate):

Monat 1: Ursachenanalyse

  • Gespräche mit den Bauleitern; Ergebnis: Das Scannen war zu kompliziert
  • Festgestellt, dass Geräte oft am Freitagnachmittag die Baustelle wechselten, wenn das Büro schon zu war (das System ließ sich nicht aktualisieren)

Monat 2: Geänderte Abläufe

  • Das Scannen vereinfacht (QR-Code scannen plus Taste „Übergeben an Baustelle X“)
  • Den Bauleitern das Recht zum mobilen Scannen gegeben (keine Freigabe durch das Büro mehr nötig)
  • Die wöchentliche Werkzeugzählung zur bezahlten Aufgabe gemacht (30 Minuten jeden Freitagnachmittag)

Monat 3: Schulung und Verantwortung

  • Die Bauleiter am mobilen Scannen geschult (praktisch, nicht nur per Präsentation)
  • Die Inventurgenauigkeit in die Leistungsbeurteilung der Bauleiter aufgenommen
  • Ein wöchentliches „Abweichungs-Dashboard“ eingerichtet, das die Genauigkeit jeder Baustelle zeigt (ein bisschen gesunder Wettbewerb)

Monat 4: Erste Nachinventur

  • Die Abweichungsquote fiel insgesamt auf rund 8 %
  • Büro: rund 3 %, Baustellen: immer noch rund 10 % (besser, aber nicht gut genug)
  • Die übrigen Probleme waren meist „Rückgabe vergessen zu scannen“

Monat 5: Automatische Erinnerungen

  • Das System schickt automatisch eine Erinnerung, wenn ein Gerät länger als 14 Tage ausgeliehen ist
  • Die Bauleiter bekommen jede Woche eine Übersicht „an Ihre Baustelle ausgegebene Geräte“
  • „Vergessene Rückgaben“ gingen um 80 % zurück

Monat 6: Zweite Nachinventur

  • Abweichungsquote insgesamt: unter 3 %
  • Büro: rund 1 %, Baustellen: rund 3 %
  • Die verbliebenen Abweichungen waren meist tatsächlich fehlende Dinge (Diebstahl, Verlust), keine Datenfehler

Die Ergebnisse:

  • Die Genauigkeit bei der Inventur stieg in sechs Monaten von Werten um die 85 % auf rund 98 %
  • Die Zeit für die Suche nach Geräten ging deutlich zurück
  • Ein Versicherungsschaden wegen gestohlener Geräte wurde schneller bearbeitet (genaue Datensätze)
  • Die Zeit für die Jahresinventur hat sich ungefähr halbiert, von 4 Tagen auf etwa anderthalb

Den Erfolg brachte nicht eine häufigere Inventur, sondern die Reparatur der Abläufe, die die Abweichungen überhaupt erst verursacht hatten. (Was ich auf Konferenzen meist weglasse: Im dritten Monat hätte der Betriebsleiter fast hingeschmissen, weil das Dashboard, das Verantwortung sichtbar machen sollte, zwei Wochen lang wie eine Schuldzuweisung wirkte, bis wir es anders präsentiert haben. Das zu reparieren hat ein echtes Gespräch gebraucht.)

Typische Fehler bei der Inventur (und wie Sie sie vermeiden)

Fehler, die ich in der Praxis immer wieder sehe, einschließlich derer, die ich selbst gemacht habe:

Fehler 1: Inventur ohne Plan

So sieht es aus: „Wir laufen heute einfach rum und scannen ein bisschen.“

Warum es scheitert: Ganze Bereiche fallen durch. Mehrere Leute zählen denselben Standort. Niemand weiß, wann Sie fertig sind.

Lösung: Schreiben Sie einen Plan. Teilen Sie bestimmte Bereiche bestimmten Personen zu. Setzen Sie eine Frist. Verfolgen Sie, was erledigt ist.

Fehler 2: Abweichungen ignorieren

So sieht es aus: Sie finden 47 Objekte mit falschem Standort. Sie halten es in einem Bericht fest. Und dann … passiert nichts.

Warum es scheitert: Die Inventur wird zum sinnlosen Ritual. Die Daten bleiben falsch. Die nächste Inventur zeigt dieselben Probleme.

Lösung: Jede Abweichung braucht eine zuständige Person und eine Frist zur Klärung. Verfolgen Sie sie wie jede andere Aufgabe.

Fehler 3: Inventuren als Strafe

So sieht es aus: „Das Lagerteam hatte 20 % Abweichungen, die bekommen jetzt eine Abmahnung.“

Warum es scheitert: Die Leute fangen an, Probleme zu verstecken, statt sie zu melden. Sie sträuben sich gegen Inventuren.

Lösung: Nutzen Sie Inventuren, um Probleme im Ablauf zu finden, nicht, um Schuldige zu suchen. Hat ein Team dauerhaft Probleme, graben Sie tiefer, vielleicht ist sein Ablauf kaputt.

Fehler 4: Nur das Bequeme zählen

So sieht es aus: Sie prüfen die Zentrale gründlich, lassen aber den Lagerraum, das Lager und die Außenstellen aus, weil „da so schlecht ranzukommen ist“.

Warum es scheitert: An den schwer erreichbaren Orten ist die Datenqualität meist am schlechtesten.

Lösung: Nehmen Sie die schwierigen Bereiche in den Inventurplan auf. Legen Sie sie auf Zeiten, in denen Sie Zugang bekommen. Lässt sich ein Ort wirklich nicht prüfen, sollten dort vielleicht gar keine erfassten Objekte stehen.

Fehler 5: Zwischen den Inventuren passiert nichts

So sieht es aus: Die Jahresinventur zeigt eine Abweichungsquote von 12 %. Sie beheben die Probleme. Dann passiert 11 Monate lang nichts bis zur nächsten Jahresinventur.

Warum es scheitert: Die Datenqualität verfällt gleich nach der Inventur wieder. Im sechsten Monat sind Sie zurück bei 12 % Abweichungen.

Lösung: Regelmäßige Stichproben oder rollierende Inventuren zwischen den Vollinventuren. Verfolgen Sie die Kennzahlen zur Datenqualität jeden Monat.

Inventuren im Jahreskalender verankern

Teams, die das richtig machen, verankern ihre Inventuren meist im Kalender des Unternehmens, nicht bloß auf der eigenen Aufgabenliste:

Im Takt des Geschäftsjahres

  • 1. Quartal: Stichprobe nach den Feiertagen (fängt Geräteänderungen zum Jahresende ab)
  • 2. Quartal: rollierende Inventur (Objekte mit hohem Wert)
  • 3. Quartal: Abteilungsinventuren zur Jahresmitte
  • 4. Quartal: jährliche körperliche Inventur vor dem Ende des Geschäftsjahres

Warum das funktioniert: Die Ergebnisse Ihrer Jahresinventur liegen für den Jahresabschluss vor. Ihre Daten sind am saubersten, wenn die externen Prüfer kommen.

Abgestimmt auf andere Ereignisse

Vor größeren Anschaffungen: Prüfen Sie den vorhandenen Bestand, um sicherzugehen, dass Sie das Neue wirklich brauchen.

Nach Umzügen: Abteilungsinventur 2–4 Wochen nach dem Umzug.

In ruhigen Phasen: Legen Sie aufwendige Inventuren in Zeiten, in denen das Geschäft ruhiger läuft (im Handel im Januar, an Schulen und Hochschulen im Sommer und so weiter).

Vor der Verlängerung von Versicherungen: Die Inventur bestätigt, dass die Werte Ihrer Objekte für den Versicherungsschutz stimmen.

Technik: Werkzeuge, die Inventuren leichter machen

Gute Inventursoftware und die richtigen Werkzeuge sorgen dafür, dass moderne Inventuren tatsächlich funktionieren. Reden wir darüber, worauf Sie achten sollten.

Mobile Scan-Apps

Für Inventuren ändern sie alles. Statt Listen auszudrucken und Kästchen abzuhaken, scannen Sie QR-Codes oder NFC-Etiketten mit dem Handy. Die App zeigt sofort: ✓ Objekt gefunden oder ✗ Abweichung.

Worauf Sie achten sollten:

  • Offline-Modus (Inventuren finden in Lagern und Kellern ohne WLAN statt)
  • Fotos aufnehmen (beschädigte Objekte oder falsche Standorte dokumentieren)
  • Synchronisierung in Echtzeit, sobald wieder Netz da ist
  • Serienscan (20 Dinge in einem Bereich schnell hintereinander scannen)

QR-Codes, Barcodes, NFC oder RFID

QR-Codes: Für die meisten Organisationen die beste Wahl. Sie drucken sie selbst. Jedes Handy scannt sie. Hohe Informationsdichte.

NFC: Modern und bequem. Antippen mit dem Smartphone genügt. Keine Sichtverbindung nötig. Haltbarer als gedruckte Codes. Ideal für Metalloberflächen und raue Umgebungen.

Barcodes: Ältere Technik. Funktioniert noch. Braucht einen eigenen Scanner. Weniger flexibel als QR.

RFID: Stark, wenn große Mengen schnell gescannt werden müssen (denken Sie an die Inventur im Einzelhandel). Teuer. Für die meisten Zwecke der Inventarverwaltung überdimensioniert.

Meine Empfehlung: QR-Codes für 95 % der Organisationen. NFC für Objekte in rauen Umgebungen oder wo das bequeme Antippen zählt. RFID nur, wenn Sie Tausende Objekte haben und ganze Räume in Sekunden erfassen müssen.

Inventur und Berichte: die Berichte, die wirklich zählen

Eine Inventur ohne Bericht ist bloß Zählen. Berichte machen aus rohen Scandaten Entscheidungen: welche Abteilungen Hilfe brauchen, welche Objektkategorien verfallen, ob die Genauigkeit mit der Zeit besser wird.

Ertrinken Sie nicht in Daten. Konzentrieren Sie sich auf diese fünf Berichte:

Bericht vor der Inventur: eine Objektliste nach Standort, damit die Zählenden wissen, wonach sie suchen, bevor sie losgehen. Mit Inventarnummer, aktuellem Standort, zugeordneter Person und dem Datum „zuletzt gesehen“.

Abweichungsbericht: nicht gefundene Objekte, Objekte am falschen Standort, abweichender Status (zum Beispiel „aktiv“ im System, physisch aber entsorgt). Das ist Ihre Liste der Aufgaben zur Bereinigung.

Bericht zur Entwicklung der Genauigkeit: Verfolgen Sie Ihre Inventurgenauigkeit von Monat zu Monat. Tragen Sie die Abweichungsquote über die Zeit auf. Wird sie besser? Stagniert sie? Wird sie nach einer Umstrukturierung schlechter? Der Verlauf schlägt die Momentaufnahme, jedes Mal.

Bericht nach Kategorie: Welche Objektkategorien haben die schlechteste Datenqualität? Liegen Laptops bei 98 % Genauigkeit, Werkzeuge aber bei 74 %, wissen Sie, wo Sie beim Etikettieren und bei der Disziplin rund um Ausgabe und Rückgabe ansetzen müssen.

Bericht zur Erledigung: Haben alle Standorte ihre zugeteilten Bereiche abgeschlossen? Er zeigt, ob der Inventurablauf eingehalten wird, nicht nur die Datenqualität. Eine Genauigkeit von 100 % bei 60 % Erledigung ist ein falsches Signal.

Wer bekommt was:

  • Betriebsleitung: Abweichungsbericht und Bericht zur Erledigung (während der Inventuren wöchentlich)
  • Buchhaltung: Entwicklung der Genauigkeit und Bericht nach Kategorie (vierteljährlich, für ein verlässliches Anlagenverzeichnis)
  • Zusammenfassung für die Geschäftsführung: ein einseitiges Dashboard mit dem Verlauf der Abweichungsquote, den drei größten Problembereichen und den geplanten Maßnahmen

Automatisierung zählt. Wenn Sie für diese Berichte jeden Monat eine Tabelle von Hand zusammenbasteln müssen, lassen Sie sie ausfallen. Moderne Plattformen zur Inventarverwaltung sollten sie in Sekunden erzeugen, sonst müssen Sie sich zwischen der Qualität der Inventur und der Zeit Ihres Teams entscheiden.

Eine Inventurstrategie, die trägt

Bewährte Praxis bei der Inventur heißt vor allem: Das perfekte Inventurprogramm, das Sie einmal durchziehen, ist wertlos. Ein einfaches Programm, das Sie beständig durchziehen, ist Gold wert.

Klein anfangen, dann ausbauen

Nicht so: ein komplexes Programm rollierender Inventuren über alle Objektkategorien und alle Standorte, wöchentlich, ab sofort.

Sondern so: Fangen Sie mit monatlichen Stichproben bei Objekten mit hohem Wert an. Werden Sie damit warm. Dann nehmen Sie die rollierende Inventur für eine Objektkategorie dazu. Bringen Sie die zum Laufen. Dann bauen Sie aus.

In die Stellenbeschreibungen damit

Inventuren dürfen keine „Zusatzarbeit, wenn mal Zeit ist“ sein. Sie müssen zur eigentlichen Arbeit von jemandem gehören.

Beispiele:

  • Lagerleitung: 30 Minuten jeden Freitag für die rollierende Inventur
  • Verantwortliche für IT-Geräte: monatliche Stichprobe (2 Stunden)
  • Haustechnik: vierteljährliche Abteilungsinventur

Schreiben Sie es in die Stellenbeschreibungen. Nehmen Sie es in die Leistungsbeurteilung auf. Machen Sie es normal, nicht besonders.

Verantwortung ohne Bürokratie

Was nicht funktioniert: eine „Inventurrichtlinie“ von 15 Seiten, die niemand liest.

Was funktioniert: eine einseitige Kurzanleitung, eine klare Zuständigkeit und regelmäßige kurze Abstimmungen.

Aus den Ergebnissen lernen

Fragen Sie nach jeder Inventur:

  • Was hat gut funktioniert?
  • Was war schwierig oder frustrierend?
  • Was hat länger gedauert als gedacht?
  • Was können wir fürs nächste Mal vereinfachen?

Dann passen Sie an. Das Ziel ist, die Datensätze mit möglichst wenig Reibung aktuell zu halten, und Ihr Inventurablauf sollte mit der Zeit besser werden.

Woran Sie den Erfolg erkennen

Nach sechs Monaten beständiger Inventuren sollten Sie Folgendes sehen:

In Zahlen:

  • Genauigkeitsquote: 95 % und mehr (statt 85–90 % beim Start)
  • Dauer einer Vollinventur: 30–50 % kürzer
  • Zeit bis zur Klärung von Abweichungen: im Schnitt unter 5 Tagen
  • Quote wiederholter Abweichungen: unter 3 %

Im Alltag:

  • Die Leute scannen Objekte, ohne daran erinnert zu werden
  • Weniger Fragen der Art „Wo ist eigentlich dieses Gerät?“
  • Die Buchhaltung vertraut den Daten für Abschreibung und Versicherung
  • Externe Prüfungen laufen glatt (keine Überraschungen)

In der Kultur:

  • Inventuren gelten als Hilfe, nicht als Strafe
  • Die Leute melden Probleme von sich aus, statt sie zu verstecken
  • Datenqualität ist „einfach, wie wir arbeiten“, keine Sonderaktion

Ihre Checkliste für die Inventurstrategie

Sie wollen Ihr Inventurprogramm aufbauen? Nehmen Sie diese Checkliste:

Grundlagen (Monat 1)

  • Inventurarten für Ihre Organisation wählen (jährliche Vollinventur plus Stichproben plus rollierende Inventur)
  • Den Rhythmus für jede Objektkategorie festlegen
  • Eine verantwortliche Person für das Inventurprogramm benennen
  • Einen einseitigen Inventurablauf schreiben
  • Das mobile Scannen einrichten, falls es noch nicht läuft

Erste Inventur (Monat 2)

  • Die erste Vollinventur ansetzen (mit 3–4 Wochen Vorlauf)
  • Standorte und Bereiche bestimmten Zählenden zuteilen
  • Ausrüstung und Werkzeuge vorbereiten
  • Allen Abteilungen Bescheid geben
  • Die Inventur durchziehen
  • Den Abweichungsbericht erzeugen

Nacharbeit (Monat 3)

  • Allen Abweichungen nachgehen
  • Die Datensätze im System aktualisieren
  • Die Ursachen der Probleme dokumentieren
  • Die Abläufe reparieren
  • Den Beteiligten über die Ergebnisse berichten
  • Die Ausgangswerte berechnen (Genauigkeitsquote, Abweichungsquote)

Laufend (ab Monat 4)

  • Die geplanten Stichproben und rollierenden Inventuren durchführen
  • Die Kennzahlen monatlich verfolgen
  • Die Abläufe anhand der Ergebnisse anpassen
  • Fortschritte feiern
  • Die nächste Vollinventur planen

Die beste Strategie ist die, die Sie durchhalten

Bei den Inventuren, die ich habe gelingen sehen, setzt sich ein Muster durch: Die beste Inventurstrategie ist die, die Sie tatsächlich beständig umsetzen.

Es ist egal, ob Sie das ausgefeilteste Programm rollierender Inventuren der Welt haben, wenn Sie es nach drei Monaten aufgeben. Es ist egal, ob Sie vierteljährliche Vollinventuren planen, wenn Sie tatsächlich nur eine im Jahr schaffen.

Fangen Sie mit etwas Einfachem an. Machen Sie es beständig. Verfolgen Sie Ihre Kennzahlen. Werden Sie mit der Zeit besser.

Ihr Ziel ist nicht Perfektion. Es ist stetige Verbesserung. Von 85 % Genauigkeit auf 90 %. Dann auf 95 %. Und dann dort bleiben.

Denn wenn die Inventardaten stimmen, wird alles andere leichter. Kaufentscheidungen fallen auf Basis der Wirklichkeit. Der Versicherungsschutz passt zu dem, was Sie tatsächlich besitzen. Externe Prüfungen sind keine Feuerwehrübung mehr. Die Leute fangen an, dem System zu vertrauen, und das ist der langsamste und wertvollste Wandel von allen.

Und das Geld, das Sie in die Einführung der Inventarverwaltung gesteckt haben? Es bringt tatsächlich den ROI, den Sie versprochen haben. Ihr System wird zu einem wertvollen Werkzeug für das Geschäft statt zu einer teuren Datenbank, der niemand traut.


Wie UNIO24 Inventuren praktikabel macht

UNIO24 ist mit Blick auf Inventuren gebaut, nicht als nachträglicher Einfall, sondern als Kernfunktion. Sie scannen Objekte mit dem Handy, und das System markiert Abweichungen sofort. Sie arbeiten offline in Lagern und Kellern und synchronisieren, sobald Sie wieder Netz haben. Eingebaute Dashboards zeigen, wie sich Ihre Inventurgenauigkeit über die Zeit entwickelt. Berichte exportieren Sie für die Buchhaltung und für Compliance-Teams.

Die Migration ist sauber, das Etikettieren ist durchdacht, und die Inventuren sind einfach.

Fangen Sie mit 50 Objekten kostenlos an. Keine Kreditkarte. Keine Verpflichtung. Sehen Sie einfach, wie es mit Ihren echten Geräten und Ihrem echten Inventurablauf funktioniert.

Sie wollen sich keine Sorgen mehr um die Datenqualität machen? Testen Sie UNIO24 noch heute.

Oleksii Tsipiniuk

Geschrieben von

Oleksii Tsipiniuk

Gründer von UNIO24

Oleksii ist Gründer von UNIO24, Ingenieur und Unternehmer mit einer Schwäche für Daten und Analytik. Er digitalisiert und automatisiert Abläufe für Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen.

Veröffentlicht am 1. Okt. 2026